Schlagwort-Archive: Trio

Dieter Ilg Trio: B-A-C-H

Am Ende könnte Bach der erste Jazzer gewesen sein: Den Eindruck hinterlässt Dieter Ilg auf seinem neuen Album. Nicht nur, dass der Kontrabassist das berühmte „Air“ des barocken Übervaters wunderbar melodisch zu gestalten weiß, vor allem verpasst das Trio den bekannten Klassikern durch feine, geistreiche Improvisationen neue Gewänder. Nutzt Melodien und Impulse des Leipzigers für ebenso sanfte wie überraschende Variationen. Bach war und ist eben Anfang und Ende aller Musik.

Tingvall Trio: Cirklar

Seiner Liebe zur melodischen Seite des Jazz bleibt Martin Tingvall auch auf diesem Album treu. Und so zieht der Schwede Kreise („Cirklar“) der Klangschönheit, lässt mit seinen Mitstreitern Bassist Omar Rodriguez Calvo und Drummer Jürgen Spiegel sein „Karusellen“ durch einen weiten Stilkosmos laufen. Mal sphärisch, mal beschwingt, mal schwermütig, mal schwelgend – stets aber facettenreich. Irgendwie rund und doch im Fluss. Eben wie ein unendlicher Kreislauf betörender Klänge.

Maria Baptist: Poems without Words

Nein, zarte Klangspielereien sind auf diesem Album ihre Sache nicht. Stattdessen setzt Maria Baptist auf Intensität und Rhythmus, groovt entschlossen und packt auch beim Soul zu. Das sorgt für Power, zumal ihr Trio in diesen voll tönenden Gedichten mit Jan von Klewitz durch einen Saxophonisten ergänzt wird, der bei allem edlen Ton zuzupacken weiß. So dass einmal mehr eine ganz persönliche, von dichten Motiven geprägte Note entsteht – jenseits säuselnder Poesiealben.

The Bad Plus Joshua Redman

Muss das Runde eigentlich immer in das Eckige? Die meisten Alben von Joshua Redman gefallen mir: auch seine Live-Auftritte. The Bad Plus, ein Trio aus Minneapolis, mag ich ebenfalls: live wie auf Platte. Äußerst gewöhnungsbedürftig erscheint mir die Kombination dieser beiden unterschiedlichen musikalischen Welten – wenn das Kantige, Eckige von Bad Plus mit dem vollen runden, manchmal auch hektischen Ton von Redman The Bad Plus Joshua Redman weiterlesen

Phronesis: Life To Everything

Dürfen die das? Eine britisch-skandinavische Jazzband, die sich einen altgriechischen Namen zulegt?  Phronesis – was auf gut deutsch Klugheit heißt – kann eigentlich nur auf zwei Dinge hinweisen: Gnadenloses Selbstbewusstsein oder hemmungslose Dummheit. Hier trifft Punkt eins zu! Laut dem griechischen Allzweckphilosophen Platon ist Klugheit die „Vermittlerin zwischen göttlicher Weltordnung und menschlicher Selbstverwirklichung“. Im Falle des 2005 gegründeten Trios aus London kann man dem nur zustimmen: Phronesis sind drei Ausnahmetalente, deren musikalische Inspiration aus einer anderen Welt zu stammen scheint – dem Universum der Jazzgötter. Phronesis: Life To Everything weiterlesen

Joris Roelofs: Aliens Deliberating

Joris Roelofs - Aliens DeliberatingHaben Sie schon mal groovende Aliens gesehen? Nach dieser CD überlegen Sie ganz sicher, ob die nicht ganz ähnlich wie wir wippen, schwingen, tänzeln, nicken. Joris Roelofs jüngste CD „Aliens Deliberating“ vermittelt da so eine Ahnung. Der 30-Jährige, der bereits als Mitglied des Jazz Orchestra des Concertgebouw in Amsterdam, des Vienna Art Orchestra und des Chambertone Trios auf sich aufmerksam machte, hat sich mit Bassist Matti Penman und Schlagzeuger Ted Poor zwei adäquate Partner gesucht. Beide loten die Jazzgewässer Joris Roelofs: Aliens Deliberating weiterlesen