Schlagwort-Archive: Funky

Hudson (Jack DeJohnette, Larry Grenadier, John Medeski, John Scofield): Hudson

Unter dem Bandnamen “Hudson” haben sich mit Jack DeJohnette, Larry Grenadier, John Medeski und John Scofield vier großmächtige Jazzmusker zusammengetan, die gern und oft andere Genres in ihr Spielt gemischt haben und in derselben Gegend leben: im Hudson-Tal.
Dieser Landstrich spielte schon eine zentrale Rolle im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Später wurde er der bevorzugte Zufluchtsort vieler, die befürchteten, vom nur ein paar Autostunden entfernten Moloch New York City verschluckt zu werden – und nicht zuletzt liegt hier Woodstock, der berüchtigte Urschlamm der Hippies. Das Hudson River Valley ist also gleichermaßen Bestandteil des Gründungsmythos der USA und der Woodstock-Generation – und bis heute Hudson (Jack DeJohnette, Larry Grenadier, John Medeski, John Scofield): Hudson weiterlesen

Make it funky! – Maceo Parker live in Hamburg

Schlag neun sitzt Will Boulware an seinen Keyboards und fängt schon mal an. Bruno Speight und Rodney “Skeet” Curtis, zwei Typen, die lückenlos einen Türrahmen ausfüllen, und Drummer Marcus Parker machen dann auch mal ein bisschen mit. Sutsche! Mit angezogener Handbremse. Dann, so will es das Ritual, kommt Maceos Managerin Natasha Maddison in Jacke und mit Handtasche auf die Bühne, zuppelt Maceos Mikrofon auf ihre Höhe herunter und sagt ihn mit britischem Akzent an, den Godfather of Funk, den “Funkiest Saxophone Player in the World”: Mr! Maceo! Parker! Make it funky! – Maceo Parker live in Hamburg weiterlesen

Nils Landgren Funk Unit: Teamwork

Nils Landgren TeamworkTeamwork: Wohl selten hat dieser gern benutzte Begriff in der Musik mehr Sinn gemacht als bei diesem Album. Nicht nur, dass der Meister der Jazz-Posaune einmal mehr satte, geschmackvoll instrumentierte Funknummern mit unwiderstehlichen Rhythmen liefert: Nein, Nils Landgren hat für dieses Album vorab eben das aufleben lassen, was den Jazz so einzigartig macht – stundenlange Jamsessions. Derart eingestimmt, hat der Schwede dann mit seiner Funk Unit die 13 Stücke eingespielt: Wundert es da, dass die Riffs weit mehr knacken als auf vielen andere Alben, die Nils Landgren Funk Unit: Teamwork weiterlesen

Jeff Lorber Fusion: Galaxy

Jeff Lorber Fusion - GalaxyDieses Album ist eine Zeitmaschine: Rein damit in den CD-Player, den Verstärker aufdrehen und zack: willkommen in den 80ern. Seinerzeit gehörte Jeff Lorber zu den Erfindern eines entspannten, funkigen Jazz. Keyboard, Gitarre und Bläser breiten mehrschichtig wiedererkennbare Melodien aus, schlenzen eckige Breaks, halsbrecherische Unisonoläufe und eingängige Improvisationen, die – in selten mehr als Popsonglänge – zügig eine Klimax erreichen. Orthodoxe Jazzspezialisten rümpfen die Nase angesichts dieser widerstandslos konsumierbaren Musik. Die größte Errungenschaft des Jeff-Lorber-Stils aber ist: Spaß! Also, Lautstärkeregler nach oben, Hände und Mundwinkel ebenfalls – und dann mit den Hüften die Eierrollbewegung der Graugans imitieren! Ein prima Gegengift gegen die Winterdepression. Sven Sorgenfrey (20.11.2011)

Label: Heads Up

Raphael Wressnig: Party Factor

Raphael Wressnig - Party FactorMan sieht es dem Cover an: Feiern ist knochenharte Arbeit, zumindest für die Jungs in der Kapelle. Der österreichische Organist Raphael Wressnig begann die Suche nach dem heiligen Groove in seiner Pubertät. Mit unermüdlichem Eifer tourt er als Sideman einer Unzahl von Blues-, Soul-, Jazz- und Funkmusikern über den Globus, um hinter das Geheimnis der magischen Partyformel zu gelangen. Wie weit er dabei gekommen ist, zeigt seine Party-Factor-Band, in der sich neben einer formidablen Rhythmusgruppe jede Menge Blech um seine Hammond B3 schart. Die Musik ist ungeheuer funky, aber auch tiefgründig, schwarz, leicht, elegant und bemerkenswert humorvoll: Mit erfrischender Ironie parodiert Wressnig historische Lowlights der Schweineorgelmusik und wendet sie ins Geniale. Sven Sorgenfrey (8.8.2010)

Label: BHM

John Scofield: Piety Street

ScofieldPietyStreetSchluss mit lustig! Jetzt geht es ums Seelenheil. Wer je eines seiner Solointros gehört hat, weiß, wie tief John Scofields Musik im Blues verwurzelt ist. Um nicht ganz in die schon fast gerontophile Liga von Eric Clapton abzurutschen, behilft sich Scofield mit Gospel, dem dicken Nennonkel des Blues. Dazu hat er sich selbst bei einer New-Orleans-Band eingeladen, mit der er Gospelklassiker und zwei eigene Stücke spielt. Die Soli verraten schon im Sound seine Verehrung für B. B. King. Aus seinen Uberfunk-Zeiten hat sich ein Hang zu funkigen Grooves erhalten. Das passt überraschend gut zusammen, macht gute Laune und Lust auf live. Nach dem Dixie-Country-Stück "I'll Fly Away" bleiben Sco für das nächste Album aber nur zwei Alternativen: die Steelguitar oder das Mikrofon. "Halleluja!" Sven Sorgenfrey (23.3.2009)

Label: Emarcy/Universal