Alle Beiträge von Christoph Forsthoff

Tingvall Trio: Cirklar

Seiner Liebe zur melodischen Seite des Jazz bleibt Martin Tingvall auch auf diesem Album treu. Und so zieht der Schwede Kreise („Cirklar“) der Klangschönheit, lässt mit seinen Mitstreitern Bassist Omar Rodriguez Calvo und Drummer Jürgen Spiegel sein „Karusellen“ durch einen weiten Stilkosmos laufen. Mal sphärisch, mal beschwingt, mal schwermütig, mal schwelgend – stets aber facettenreich. Irgendwie rund und doch im Fluss. Eben wie ein unendlicher Kreislauf betörender Klänge.

Maria Baptist: Poems without Words

Nein, zarte Klangspielereien sind auf diesem Album ihre Sache nicht. Stattdessen setzt Maria Baptist auf Intensität und Rhythmus, groovt entschlossen und packt auch beim Soul zu. Das sorgt für Power, zumal ihr Trio in diesen voll tönenden Gedichten mit Jan von Klewitz durch einen Saxophonisten ergänzt wird, der bei allem edlen Ton zuzupacken weiß. So dass einmal mehr eine ganz persönliche, von dichten Motiven geprägte Note entsteht – jenseits säuselnder Poesiealben.

Morten Kargaard Septet: Zealand

Zeit hat sich Morten Kargaard gelassen – reichlich Zeit. Fünf Jahre hat der Däne an „Zealand“ gewerkelt, und bisweilen dünkt es, als lausche das Septett noch immer den eigenen Klangerkundungen nach. Schließlich geht es ihnen darum, Brücken zu schlagen zwischen den Welten des Jazz und der Klassik, über persönliche Empfindungen neue Räume zu öffnen auf dieser Reise durch Orte und Erinnerungen. Mit Grüßen aus dem (Folk-)Norden und manch nicht nur melodisch neuem Eindruck.

15 Fragen an Meret Becker

“Tatort” oder auch “Feuchtgebiete”: Aus Fernsehen und Film ist Meret Becker wohl bekannt. Nun überrascht die Schauspielerin indes mit dem Album “Deins & Done”, das vor allem selbst geschriebene Songs enthält. “Musique en miniature” nennt die Sängerin ihren Stil, und in der Tat ist diese Musik zwischen Jazz und Folk, Blues und Bluegrass mit herkömmlichen Genres schwer zu fassen. 15 Fragen an Meret Becker weiterlesen

Roger Cicero im Interview: “Dann wird es mal Zeit für eine neue Erfahrung”

Der Mann arbeitet konsequent an seinem Bild. Nie oben ohne aus dem Haus gehen, weder dem Klischee des Frauenverstehers noch dem Ruf des Machos widersprechen, nur nicht zu viele Ecken und Kanten zeigen, sondern lieber von seinem Faible für Yoga reden. Und der Erfolg gibt Roger Cicero Recht: Auch mit seinem aktuellen Album „Was immer auch kommt“ hat es der 44-jährige Sänger im Frühjahr wieder in die Charts geschafft, auf seiner derzeitigen Tour präsentiert sich der Jazz- und Swingmusiker mit seiner Big Band in den großen Sälen Deutschlands. Zum Interview erscheint Cicero natürlich mit Kopfbedeckung – und denkt auch im Gespräch mit Christoph Forsthoff nicht daran, die Schiebermütze abzulegen. Roger Cicero im Interview: “Dann wird es mal Zeit für eine neue Erfahrung” weiterlesen

Massoud Godemann & Gerd Bauder: Togetherness

Hartnäckigkeit. Vielleicht würde mancher auch von Penetranz sprechen, aber es ist einfach die Liebe zur Musik im Allgemeinen und zum Jazz im Besonderen, die Massoud Godemann antreibt. Ganz gleich, ob es nun um Aufmerksamkeit bei Journalisten für sein jüngstes Album geht oder um die Schärfung des Bewusstseins beim Publikum, dass auch eine halbakustische Gitarre weit mehr als nur virtuos zu gniedeln vermag. Massoud Godemann & Gerd Bauder: Togetherness weiterlesen

Marialy Pacheco: Introducing

Natürlich: Solch ein Album kann nur ein Mann besprechen. Was jetzt rein gar nichts mit dem abgebildeten Cover zu tun hat – auf diesen Gedanken würde nur eine Frau kommen… – sondern allein mit… ähm, tja, also… genau: um einfach mal mit dem Vorurteil aufzuräumen, Männer würden attraktive Jazzmusikerinnen nicht zuletzt ob ihrer außermusikalischen Attribute ganz besonders schätzen. Marialy Pacheco: Introducing weiterlesen

15 Fragen an Michael Wollny

Wovon haben Sie letzte Nacht geträumt?
Michael Wollny: Ich habe eine Zeit lang Traumtagebuch geführt. Seitdem ich das nicht mehr tue, erinnere ich mich nicht mehr an jeden Traum. Letzte Nacht war in meiner Erinnerung traumlos, was aber nicht bedeutet, dass ich nicht geträumt habe.

Welches Konzert/welche Platte hat Sie zum Jazz gebracht?
Keith Jarrett / Köln Concert (sic!)

Wenn Sie eine Zeitreise unternehmen könnten, was wäre Ihr Ziel?
Diverse europäische Metropolen, circa in der Zeit um 1900. 15 Fragen an Michael Wollny weiterlesen