Schlagwort-Archive: Quartet

Hudson (Jack DeJohnette, Larry Grenadier, John Medeski, John Scofield): Hudson

Unter dem Bandnamen “Hudson” haben sich mit Jack DeJohnette, Larry Grenadier, John Medeski und John Scofield vier großmächtige Jazzmusker zusammengetan, die gern und oft andere Genres in ihr Spielt gemischt haben und in derselben Gegend leben: im Hudson-Tal.
Dieser Landstrich spielte schon eine zentrale Rolle im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Später wurde er der bevorzugte Zufluchtsort vieler, die befürchteten, vom nur ein paar Autostunden entfernten Moloch New York City verschluckt zu werden – und nicht zuletzt liegt hier Woodstock, der berüchtigte Urschlamm der Hippies. Das Hudson River Valley ist also gleichermaßen Bestandteil des Gründungsmythos der USA und der Woodstock-Generation – und bis heute Hudson (Jack DeJohnette, Larry Grenadier, John Medeski, John Scofield): Hudson weiterlesen

Erik Truffaz Quartet: Doni Doni

Eric Truffaz neues Album ist klasse. Punkt! Nicht mehr und nicht weniger. „Doni Doni“ hat zwar überhaupt keine außergewöhnlichen Seiten – ist aber ein wunderbar rundes Stück Musik und dudelt bei mir schon seit Tagen aus den Lautsprecherboxen. Lounge, Electronica, Cool Jazz, Fusion, Soul, Funk – die gesamte Palette. Doch fast immer klingt diese CD nach Erik Truffaz Quartet: Doni Doni weiterlesen

Hendrika Entzian Quartet: Turnus

Der Kontrabass steht selbst im Jazz-Orbit nicht immer im Rampenlicht. Esperanza Spalding hat begonnen, das zu ändern. Ihrem Beispiel folgt die 30-jährige Hendrika Entzian und hat dabei genügend Selbstbewusstsein, um ihrem eigenen Quartett vorzustehen und es mit Eigenkompositionen auszustatten. Auf dem Debütalbum des Hendrika Entzian Quartets Hendrika Entzian Quartet: Turnus weiterlesen

Birgitta Flick Quartet: Yingying

Birgitta Flick Quartet: YingyingUmtriebig ist die junge Frau, die hier mit ihrem Quartett ihr Debut vorlegt. Ursprünglich vom Klavier zum Saxophon gekommen präsentiert Birgitta Flick lyrische, gefühlvolle Eigenkompositionen mit einem Touch Skandinavien in berührendem musikalischem Gewand. Worte braucht´s da nicht, mit relaxten und feinen Tonfolgen, frisch-belebend und gleichzeitig beruhigend zieht uns die junge Musikerin in ihren Bann. Für Freunde schwedischer Klänge wird sich Vertrautes in Kombination mit Modernem auftun, für Klassikliebhaber Birgitta Flick Quartet: Yingying weiterlesen

Joshua Redman: Walking Shadows

Joshua Redman: Walking ShadowsWenn man Jazz-Freunde mit einem Streichorchester konfrontiert, geraten nicht wenige von ihnen in Panik und geben ihrem Fluchtreflex nach. Schon Charlie Parker hat sich 1950 viele Sympathien mit „Bird with Strings“ verscherzt. Jazzmusiker indes sind froh, wenn sie im gepflegten Ambiente klassischer Konzerttempel auftreten dürfen – anstatt in stickigen Kellerbars gegen wenig konzentrierte Opfer des Verzehrzwangs gegenanspielen zu müssen. Wenn nun auch noch Joshua Redman symphonisch wird, der bei Vertretern der reinen Lehre Joshua Redman: Walking Shadows weiterlesen

Emile Parisien Quartet: Chien Guêpe

Emile Parisien Quartet - Chien GuepeDas Quartett um den Saxofonisten Emile Parisien beackert ausschließlich eine musikalische Region, in welche die meisten Musiker nur in besonders freien Momenten vordringen, die sie dann aber oft schüchtern wieder verlassen. Dies ist aber genau der Bereich, in denen die Franzosen lustvoll ausschweifende Expeditionen unternehmen.
Vieles in ihren Kompositionen ist genau kalkuliert und festgelegt: der Ablauf der Geschichte, die Dramaturgie, Emile Parisien Quartet: Chien Guêpe weiterlesen

Erik Truffaz Quartet: El Tiempo de la Revolución

Eric Truffaz Quartet - El Tiempo de la RevoluciónAuf ihrem zehnten Blue-Note-Album ist die frankoschweizerische Kapelle im stilistischen Irgendwo zwischen Ambient, Pop und Jazz angekommen. Truffaz’ kunstvoll reduziertes Trompetenspiel kokettiert gern mal mit von Miles Davis angeregten Phrasen: So zitiert der Opener freigiebig dessen legendäres “Sketches of Spain”. Das Quartett nimmt den Zuhörer in traumgleiche Klangwelten mit, statt mit virtuosem Blendwerk verblüffen zu wollen. Über Pop-Soul-World-Rhythmen verlegt das Keyboard Erik Truffaz Quartet: El Tiempo de la Revolución weiterlesen

James Farm: James Farm

James Farm - James FarmHinter dem kryptischen Bandnamen verstecken sich Saxofonist Joshua Redman, Pianist Aaron Parks, Bassist Matt Penman und Schlagwerker Eric Harland – jeder für sich ein Markenname. Als Quartett heben die Musiker Synergien, die auf eine glorreiche Zukunft hoffen lassen. Denn mit spielerischer Leichtigkeit zelebrieren die vier Gruppenimprovisationen von großer Dichte und Komplexität. Souverän bedienen sie sich an einem breiten Spektrum von Genres. Was sie machen, geht unter die Haut und in die Beine, öffnet neue Perspektiven, rührt an, überrascht und erzeugt schlichtweg gute Laune. Dabei kann man allerlei lernen über musikalische Strukturen, 1001 Arten des gepflegten Grooves und die Kunst kollektiver Improvisation. Oder man stellt das Hirn auf Stand-by, schließt die Augen und genießt. Sven Sorgenfrey (15.5.2011)

Label: Nonesuch/Warner

John Abercrombie Quartet: Wait Till You See Her

John Abercrombie Quartet - Wait Till You See HerWährend andere Jazzmusiker mit den unterschiedlichsten Besetzungen, Stilen und äußeren Einflüssen experimentieren, bleibt John Abercrombie seiner Spielweise treu. Seit zehn Jahren steht das Quartett mit Mark Feldmann an der Violine und Joey Baron im Zentrum seiner Arbeit. Und das zahlt sich aus: In unfehlbarem Verständnis untereinander kultiviert das Quartett ein ungeheuer dichtes kammermusikalisches Ensemblespiel und freie Improvisationen, die in all ihrer Vertracktheit leicht und eingängig wirken. Kaum jemand spielt so sauber Gitarre wie Abercrombie, dessen Soli souverän auf jede Virtuositätshuberei verzichten. Mit ihrer nachdenklichen Stimmung und dem kristallklaren, warmen Gitarrenklang spendet diese Musik Trost – nicht nur an verregneten Herbsttagen. Sven Sorgenfrey (5.10.2009)

Label: ECM

Bart Wirtz Quartet: Prologue

Bart Wirtz Quartet - PrologueDer niederländische Altsaxofonist Bart Wirtz strebt mit diesem Album heraus aus dem europäischen Reservat der improvisierten Musik. Seine Kompositionen sind eigenwillig, seine Melodien oft lakonisch. Seine Improvisationen loten das musikalische Material gründlich aus, geraten dabei aber nie langatmig, selbstverliebt-verknöselt oder elegisch-glatt. Im Gegenteil: Fest im Hardbop verwurzelt und offen für andere Einflüsse und Spielarten des Jazz fleddert er nach Lust und Laune den Pantheon seiner musikalischen Vorbilder. Statt aber in Verehrung zu verharren, bedient er sich souverän ihres Vokabulars, persifliert sie, ohne sie bloßzustellen, und entwickelt so lustvoll einen ganz persönlichen und unverwechselbaren Stil. Es ist gleichermaßen genuss- und lehrreich, ihm dabei zuzuhören. Sven Sorgenfrey (28.6.2009)

Label: Challenge