Schlagwort-Archive: Piano

Marialy Pacheco: Introducing

Natürlich: Solch ein Album kann nur ein Mann besprechen. Was jetzt rein gar nichts mit dem abgebildeten Cover zu tun hat – auf diesen Gedanken würde nur eine Frau kommen… – sondern allein mit… ähm, tja, also… genau: um einfach mal mit dem Vorurteil aufzuräumen, Männer würden attraktive Jazzmusikerinnen nicht zuletzt ob ihrer außermusikalischen Attribute ganz besonders schätzen. Marialy Pacheco: Introducing weiterlesen

15 Fragen an Michael Wollny

Wovon haben Sie letzte Nacht geträumt?
Michael Wollny: Ich habe eine Zeit lang Traumtagebuch geführt. Seitdem ich das nicht mehr tue, erinnere ich mich nicht mehr an jeden Traum. Letzte Nacht war in meiner Erinnerung traumlos, was aber nicht bedeutet, dass ich nicht geträumt habe.

Welches Konzert/welche Platte hat Sie zum Jazz gebracht?
Keith Jarrett / Köln Concert (sic!)

Wenn Sie eine Zeitreise unternehmen könnten, was wäre Ihr Ziel?
Diverse europäische Metropolen, circa in der Zeit um 1900. 15 Fragen an Michael Wollny weiterlesen

Wolfgang und Flo Dauner: Dauner//Dauner

Für ein eigenwilliges Gespann halten sie wohl nur Außenstehende: Wolfgang Dauner, deutsche Jazz- und Jazzrocklegende, und sein Sohn Flo, als Produzent und als Drummer u.a. der Fantasischen Vier kaum weniger legendär. Auf ihrem ersten gemeinsamen Album machen sie sich entspannt und gleichermaßen konzentriert wie inspiriert über Kompositionen des Vaters her. Wolfgang und Flo Dauner: Dauner//Dauner weiterlesen

Michael Wollny Trio: Weltentraum

Da spielt einer. Mit sich und seiner Hörerschaft, mit Zeit und Raum – und natürlich den beiden Kollegen. Sein Leben – eine Klangbibliothek, Michael Wollny nimmt sich hier ein Stück aus dem 14. Jahrhundert, dort von Wolfgang Rihm und lässt dann die Musik erst einmal passieren. Lässt sich inspirieren und nimmt Stimmungen auf und zerpflückt sie: Seien es nun bekannte Themen wie aus dem Volkslied „Das Mühlrad“ oder von Pink, Motive von Hindemith oder Berg. Hier ein paar Jazzakkorde, dort ein paar Freestyle-Elemente, doch über weite Strecken auch eine schon fast vertraut-wohlige Zugänglichkeit. Michael Wollny Trio: Weltentraum weiterlesen

Abdullah Ibrahim: Mukashi

Vom jugendlichen Ungestüm seiner Bebop-Phase in den frühen Fünfzigerjahren hat sich der mittlerweile 79-jährige Komponist und Pianist Ibrahim Abdullah schon lange entfernt. „Damals“, so erzählte er, „riefen die Leute die Polizei, um mich vom Üben abzuhalten; sie kamen mit Pistolen”. Das neue Album von Ibrahim – bürgerlich Adolph Johannes Brand, der bis zu seinem Übertritt zum Islam als Dollar Brand Platten veröffentlichte – ist eine Art Rückschau: Der Titel lautet „Mukashi“ – das ist japanisch und bedeutet so viel wie Abdullah Ibrahim: Mukashi weiterlesen

Omer Klein: To the Unknown

Omer Klein: To the UnknownTief im klassischen Klavierrepertoire verwurzelt, gehört der Pianist Omer Klein zur Avantgarde der israelischen Jazzmusiker, von denen viele diese spezielle Färbung von Harmonik und Melodik, einen Hang zu Traurigkeit und Selbstinonie und den Verweis auf die Romantik mit ihrem prominentesten Vertreter Avishai Cohen teilen. Der überaus begabte Komponist Klein sucht und findet auf dieser Basis Versuchsanordnungen, die ihn immer neue Gemeinsamkeiten, Gegensätze, und Ableitungen der zitierten Genres, unbekanntes Terrain entdecken lassen. Omer Klein: To the Unknown weiterlesen

Henning Wolter Trio: Undercover Job

Henning Wolter Trio - Undercover JobSind das nur die heimlichen Träume eines vereinsamten Barpianisten, der gerne mal den Titelsong eines James-Bond-Films komponieren würde? Oder ist das richtiger Krimi-Jazz? So wie bei legendären Soundtracks von „Der Spion der aus der Kälte kam“ (Sol Kaplan) bis zu „Fahrstuhl zum Schaffott“ (Miles Davis). Oder zumindest Fake Jazz wie bei den Lounge Lizzards? Keine Ahnung – auf jeden Fall hat dieses Konzeptalbum relativ wenig mit Suspense-Soundtracks der Schwarzen Serie, der Nouvelle Vague oder ähnlichem zu tun. Deshalb wirkt die zur Henning Wolter Trio: Undercover Job weiterlesen

Maria Baptist Trio: Gate 29

="Maria15 Jahre alt war Maria Baptist, als sie heimlich Platten von Keith Jarrett hörte. Jazz, das hieß Freiheit für die Ost-Berlinerin, und der geniale Eigenbrötler vermittelte ihr zumindest musikalisch die Wege in diese so ganz andere und neue Welt. Wer der 41-jährigen Pianistin und ihren Mitstreitern Carola Grey (Schlagzeug) und Ralph Grässler (Bass) jetzt durch ihre elf neuen Songs folgt, dem wird rasch klar, dass die Komponistin und Arrangeurin nach dem Fall der Mauer weit herumgekommen ist Maria Baptist Trio: Gate 29 weiterlesen

Dave Stapleton: Flight

="DaveDer britische Komponist und Pianist Dave Stapleton wagt ein ambitioniertes Projekt: ein klassisches Streich- und ein Jazzquartett mit ihren ureigenen Ausdrucksformen konzeptionell zusammenzubinden. Die Streicher spielen eklektische post-spätromantische Musik, die Jazzer bedienen sich einer breiten Stilpalette ihres Fachs. Dabei suchen die Kompositionen den Ausgleich zwischen allen denkbaren emotionalen und musikalischen Extremen. Ein wunderbarer Ansatz! Damit gelingt es Dave Stapleton: Flight weiterlesen

China Moses & Raphael Lemonnier: Crazy Blues

China Moses - Crazy BluesSo richtig was Neues haben die amerikanische Sängerin China Moses und der französische Pianist Raphaël Lemonnier nicht  ausgeheckt. Aber das ist in diesem Fall ziemlich egal: Zwölf  frisch interpretierte Songs machen das zweite Album der Tochter von Dee Dee Bridgewater und dem Allzwecktalent aus Nimes zu einer exquisiten Musik-Wundertüte. Die Bandbreite reicht von Standards wie „Cherry Wine“ über Discohymnen von Donna Summers „Hot Stuff“ und den Janis-Joplin-Klassiker China Moses & Raphael Lemonnier: Crazy Blues weiterlesen