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Stacey Kent: The Changing Lights

Stacey Kent: The Changing LightsSie kann es einfach. Mit ihrer zarten, mädchenhaften Stimme schleicht sich Stacey Kent ein in trübe Nachmittage, tupft federleicht erheiternd-beruhigende Klänge ins Gemüt. Auf ihrer neuen CD reiht die 45-Jährige sorgfältig ausgewählte Stimmungsbilder aneinander: hell und feinsinnig, sanft beschwörend, schmeichelnd und smart. Erneut entführt Kent ins Brasilianische und packt ein kleines, sinniges Hörpaket aus Bossa-Nova-Klassikern, Samba und einigen Eigenkompositionen, für die sie sich Texte unter anderem vom japanischen Schriftsteller Kazuo Ishiguro schreiben lässt.
Heiter-gefühlvoll und charming klingt das und ein wenig so, als habe man sich schon den ganzen Sommer danach gesehnt. Dort, wo es melancholisch wird, fühlt man sich dennoch nicht verloren. Stacy Kents feine, klare Stimme trägt mit weichem Timbre und perfekter Intonation durch längst bekannte Songs von verflossenen Lieben und Mondscheingeständnissen: jazzy, frisch und einfach superb. Ihre Musiker runden das Klangpaket zurückhaltend mit Querflöte, Gitarre, Bass, Klavier und Saxofon ab, kongenial arrangiert von Kents Ehemann Jim Tomlinson.
Doch was hängenbleibt ist das emotionale Bild von Brasilien, das die Sängerin klanglich malt – ihre „Region des Herzens“. Das klingt schnulzig. Doch es gelingt Kent mühelos, nicht ins Mädchenhaft-Süßliche abzugleiten. Vielmehr gibt sie jeder Note, jeder Zeile Intensität, Wärme und Glanz. Das macht die Aufnahmen noch unwiderstehlicher als das letzte Album „Raconte-moi … „.
Sabine Meinert

Label: Parlaphone Music / Warner

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