15 Fragen an Susanne Alt

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Hier spricht die Ausnahme-Saxofonistin Susanne Alt über einen Traum von Snoop Dogg, ihre Sehnsucht nach dem 32-Stunden-Tag und ihre Bühnenpanne mit einem Kleid.

Wovon hast du letzte Nacht geträumt?
Dass es mir gelungen ist, Snoop Dogg auf einem Jazzkongress zu einer Zusammenarbeit mit mir zu überreden.

Welches Konzert/welche Platte hat dich zum Jazz gebracht?
Eine Fernsehübertragung von Joshua Redman mit Pat Metheny, Christian McBride und Billy Higgins.
Konzert: Ein Konzert vom Nat Adderly Quintet mit Antonio Hart im Würzburger Omnibus, ich denke so in 1992/93.

Wenn du eine Zeitreise unternehmen könntest, was wäre dein Ziel?
Mir gefällt viel Musik von 1978-1982. Sehr funkige fusion. Ich glaube, das würde Spass machen.

Wer ist dein Lieblingskomponist?
Im Jazz: Vielleicht Herbie Hancock und Miles Davis, weil sie ihr ganzes Leben lang verschiedenste Musik geschrieben haben.
Andere meiner schaffenden Lieblingskünstler werden eigentlich nicht unbedingt als Komponisten gesehen, sind es aber: James Brown, Fred Wesley, George Clinton, Dam Funk, Junie Morrison, Sly+Robbie, Tania Maria, D’Angelo..

Was macht dich wütend?
Ungerechtigkeit.

Wer ist dein musikalisches Vorbild?
Ich lasse mich von den unterschiedlichsten Leuten beeinflussen, meistens im Jazz/Soul/Funk/House-Bereich, deshalb kann ich mich eigentlich auf niemanden festlegen.

Als wer/was möchtest du wiedergeboren werden?
Als unsterblicher Wundermensch, der 32 Stunden pro Tag zur Verfügung hat und noch mehr erschaffen kann.

Was ist Jazz?
Improvisation im weitesten Sinne. Meiner Meinung ist Jazz auch Verbindungen schaffen, die es davor noch nicht gab. Jazz muss immer eine gewisse Spontaneität besitzen.

Wobei wirst du schwach?
Sogenanne Komödien, wo man ständig weinen muss. Bei mir funktioniert das mit den Tränendrüsen immer ausgezeichnet.

Was ist für dich wichtiger im Jazz: Leidenschaft oder Kontrolle – und warum?
Beides. Ich glaube, gute Musik ensteht, wenn Leidenschaft und Kontrolle im Gleichgewicht sind.

Der Tod ist …
…hoffentlich noch weit weg.

Welches ist dein Lieblingsinstrument, das du selbst nicht spielst?
Gitarre.

Susanne-Alt-3-by-Michel-ZoeterÜben ist wie …
Üben. Es muss nun einmal sein. Ohne Übung geht’s nicht, allerdings kann man später den Bogen weiterspannen, denke ich. In der Musik ist nicht nur die Muskelaktivität zu üben, sondern auch die Konzentration und das Finden des eigenen Geschmacks. Als Musiker intensiv Musik hören ist ja auch eigentlich eine Übung, weil man ständig die Musik analysiert.

Wenn ich Pop aus den Charts im Radio höre …
…höre ich eine Weile aufmerksam zu, schliesslich ist es die Realität. Ich analysiere eigentlich immer alle Musik um mich herum und versuche, mich Urteilen zu entziehen. Wenn Popmusik im Radio kommt, hat sie anscheinend ihre Berechtigung und Massentauglichkeit. Als Jazzer kann man nur davon lernen.

Was ist die peinlichste Panne, die dir auf der Bühne passiert ist?
Ich glaube, wirklich Peinliches gibt es nicht, da das ganze Leben ja irgendwie peinlich ist, je nachdem, wie man es sieht. Aber lustige Sachen, wie, dass ich mein Kleid falsch herum angezogen habe, in der Eile kurz vorm Auftritt und es erst kurz vor der Pause merkte. Zum Improvisieren anregend ist auch immer, wenn ich (ca. 1x in 2 Jahren) einmal meinen Saxofongurt vergesse.. Der Saxofongurt ist essentiell für den Saxofonisten. Man kann sich jedoch behelfen mit Gaffertape, Schlüsselband, Gürteln, Fahrradschlössern.. Oja, noch so eine zweijährliche Panne: “Ich glaube, mein Saxofon ist kaputt!” – “Schau doch mal in den Becher, ob da nicht noch ein Wischer/Saxofongurt drinsteckt” – “Tatsächlich”.. Und das nach 26 Jahren Saxofonspiel…

Datum: 24. Mai 2016
Fotos: Michel Zoeter/PR